Geschichte

In den Jahren 1870 bis 1875 erfolgte so genannte „große Regulierung“ der Donau, bei der die „Alte Donau“, damals ein Hauptarm des Stromes, von diesem abgetrennt wurde. Die darin liegende Insel, das „Gänsehäufel“,  beachteten die Wiener nicht weiter, bis ein Naturheilkundler namens Florian Berndl die Attraktivität dieses  Ortes für Großstadmenschen entdeckte.  Der Luft- und Wasserapostel sah in der einsamen Insel mit ihrem flach abfallenden und sandreichen Strand ausgezeichnete Heil-und Erholungsmöglichkeiten für erschöpfte Stadtmenschen. Florian Berndl trug lange graue Haare und einen fast ebenso langen grauen Bart. Er propagierte  die Freikörperkultur, verschrieb den Inselbesuchern Fruchtsäfte, grub sie in Sand ein und verordnete ihnen Luft-,  Sonne-  und Lichtbäder. Als  die Wiener Stadverwaltung  vom Erfolg des Heilkundlers Wind bekam, kündigte sie seinen Pachtvertrag und gründete 1907 das „Strandbad Gänsehäufel“.

Florian Berndl wurde dann zu einem Vorreiter der österreichischen Kleingartenbewegung. Nachdem die Stadtväter ihn von seinem Eiland vertrieben hatten, pachtete er Land gegenüber vom „Gänsehäufel“ und vermietete dort kleine Gartenparzellen für den Aufenthalt in Luft und Sonne. So entstand im Jahr 1904 die Kleingartenkolonie “Neu Brasilien“. Inspiration für ihren Namen war der damals weitläufige weiße Sandstrand. Florian Berndl betreibt dort einen Ausschank, der zuerst nur aus einer Hütte und zwei Bänken bestand, als Schutzhaus der von ihm gegründeten Kleingartensiedlung.

(mehr über das „Neu Brasilien“ können Sie in dem Buch „Über Leute und ihre Läden in Wien, ECHT WIENERISCH“ von Ernestine Stadler und Frank Taubenheim und in dem Buch „Beisl in Wien“
von Berndt Anwander nachlesen.)